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Naturpark Hainich

Hanich

Repro / Foto: Heinz Stammberger

Der Nationalpark Hainich

Urwald mitten in Deutschland
Am 31. Dezember 1997 wurde im Nordwesten Thüringens, unweit der Städte Eisenach, Bad Langen-salza und Mühlhausen, der Nationalpark Hainich gegründet.
Hervorgegangen ist er aus zwei ehemaligen militärischen Übungsflächen. Zum einen, das Areal„Kindel", südlich im Schutzgebiet das die„Rote Armee" bis Anfang der 1990er Jahre zur Erprobung von Panzertechnik nutzte. Der nördliche Teil wurde dagegen in den 1960er Jahren als Übungsplatz „Weberstedt" von der Nationalen Volksarmee (NVA) eingerichtet.
Die Wälder des Hainichs sind demnach lange nur extensiv bewirtschaftet worden, teilweise waren sie sogar nutzungsfrei. So konnte sich trotz einiger Rodungen durch das Militär hier sehr naturnaher, totholz-reicherWald entwickeln.
Heute umfasst das Schutzgebiet eine Fläche von ca. 7.500 Hektar. Es ist das einzige in Deutschland, das Buchenwäldern auf Kalkstandorten gewidmet ist. Mit 90 Prozent unbewirtschafteter Areale weist der Hainich die derzeit größte nutzungsfreie Laubwaldfläche in Deutschland auf und wird zu Recht als „Urwald mitten in Deutschland" bezeichnet. Der Nationalparkstellt demnach ein repräsentatives Beispiel für die in Mitteleuropa eigentlich vorherrschenden Rotbuchenwälder dar. Immerhin wäre ohne menschliche Eingriffe Deutschland zu zwei Dritteln mit Rotbuchenwäldern bedeckt.
Inzwischen sind fast 8.000 Tier- und Pflanzenarten sowie Pilze erfasst, zu denen als Besonderheiten die Wildkatze, 15 Fledermausarten, 188 Vogelarten (davon 108 als Brutvögel) und unter anderem die beeindruckende Zahl von aktuell 2029 Käferarten gehören. Gerade die letzte Zahl ist besonders imponierend, sind davon doch mehr als 480 auf Holz angewiesen. Das Schutzgebiet beherbergt damit mehr als ein Viertel aller Käferarten Deutschlands. Beherrscht werden die Wälder dennoch von für Mitteleuropa typischen Laubbaumarten. Neben der Rotbuche sind Ahornarten, Eschen, Ulmen, Kirschen und Eisbeeren keine Seltenheit. Sogar die einst hier charakteristische Eibe ist in Restexemplaren noch vorhanden. Das bedeutet: Der naturnahe Wald braucht nur noch eines bei der Entwicklung zum Urwald und das ist Zeit.
Der gesamte Höhenzug, der eine Fläche von ca. 16.000 Hektar aufweist, ist zudem in den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werra-
tal eingebettet. Eine ideale Voraussetzung, um dieses wertvolle Naturerbe mit seinen vielfältigen biologischen Besonderheiten für Forschung und Naturschutz, Umweltbildung und Erholung dauerhaft zu schützen und nachhaltig zu erhalten.

Die Forschungsarbeit zählt zum Schutzzweck des Nationalparks. Auf relativ großer Fläche können ökologische Erhebungen im Hinblick auf die Eigendynamik von Ökosystemen betrieben werden. Da sich im Norden



bewirtschaftete Plenterwälderauf vergleichbaren Standorten anschließen, lässt sich auch sehr gut der Vergleich zwischen ungenutztem und naturnah bewirtschaftetem Wald ziehen.
In der Öffentlichkeitsarbeit zählt es zu den wichtigsten Aufgaben, den Nationalpark mit seinen unterschiedlichen Facetten innerhalb Deutschlands und darüber hinaus bekannt zu machen. Mannigfaltige Publikationen und die Präsenz auf verschiedenen
Veranstaltungen, deren Themenschwerpunkte direkt oder indirekt mit dem Anliegen des Nationalparks in Verbindung stehen, bieten dazu eine geeignete Plattform. Um die Natur für den Wanderer, Radfahrer, Reiter und andere Erholung Suchende zugänglich zu machen, wurde ein umfangreiches Netz von Wanderwegen angelegt. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten, den Nationalpark kennen zu lernen. Besonders hervorzuheben ist der Erlebnispfad Brunstal, der auf ca. 3,5 Kilometern Länge barrierefrei gestaltet ist. Aber auch die übrigen 15 ausgewiesenen Rundwanderwege & Pfade, die den Nationalpark
für den Besucher öffnen, haben ihren speziellen Reiz und zeigen den Wald stets aus einer anderen interessanten Perspektive. Für Kinder ist speziell der Wildkat-zenkinderwald bei Kammerforst zu nennen, ein Abenteuerspielplatz, mitten im Wald gelegen, der eine ganze Reihe spannender und geheimnisvoller Erlebnisse bereithält.
Ein weiteres einmaliges Erlebnis stellt der im August 2005 eröffnete Baumkronenpfad dar. Er ist der einzige Pfad seiner Art in einem deutschen Nationalpark und trägt dazu bei, den Nationalpark und die Hainichregion bis weit über die Grenzen Thüringens bekannt zu machen.
Eine wichtige Umweltbildungsfunktion nimmt das am 15. Dezember 2008 eröffnete
Nationalparkzentrum an der Thiems-burg ein. Es beherbergt eine Ausstellung zum Thema „Entdecke die Geheimnisse des Hainichs". Der interessierte Gast kann sich hier einen Einblick in die makroskopische Welt und die bizarren Naturschönheiten im Nationalpark verschaffen.
Die Umweltbildung ist im Nationalpark ein sehr wichtiger Aspekt. Täglich werden Gruppen zu verschiedenen Themen durch den Nationalpark geführt. Dabei wird den Teilnehmern je nach Interessenlage und Vorkenntnissen der Hainich in (Fach-) Exkursionen zu verschiedenen Themenschwerpunkten näher gebracht. Für Kinder und Jugendliche werden erlebnispädagogische Aktionen und Führungen angeboten. Für Kindergärten und Schulklassen wurden spezielle kindgerechte Programme ausgearbeitet, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Eine Märchenerzählerin ist jedes Jahr für mehrere Wochen zu Gast im Hainich und bietet fantasievolle Märchenwanderungen für kleine und große Zuhörer an. Der Nationalpark erstellt außerdem jährlich das Veranstaltungsprogramm„MIT-MACHEN". Mehr als 100 meist kostenfreie Veranstaltungen werden darin angeboten. Der Interessierte kann sich so vor allem an den Wochenenden den Nationalpark auf die unterschiedlichste Art und Weise näher bringen lassen.
Wir möchten Sie herzlich einladen, die Angebote wahrzunehmen und dieses einmalige Stück Natur damit noch intensiver zu erleben und kennen zu lernen.


Nationalparkverwaltung Hainich

 

Nationalpark Hainich

Waldlinden

Foto: Heinz Stammberger

Mit den Wipfeln verschmolzen

Die Module des Baumkronenpfades

Der Baumturm...... reicht weit über die Baumkronen hinaus und endet in einem Baumhaus, das über eine äußere Wendeltreppe erreicht wird. In seinem leuchtenden Orange ist er weithin zu sehen. Hier oben zeigt eine Ausstellung im Miniaturformat die Landschaftsentwicklung und Nutzung der Hainichregion rund um das Ihlefeld. Die attraktiven Dioramen, die fünf Zeitepochen, von der Steinzeit über germanische Siedler, das Mittelalter, die Nutzung als Militärgelände bis in die heutige Zeit präsentieren, sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Überraschende Einblicke in die Unterwelt sind eröffnet sich eine fantastische Aussicht über den Hainich und dasThüringer Becken.
Im Gipfelbuch können sich die Besucher eintragen. Ein Wissenstest bringt manch Erstaunliches zu Tage.
Im unteren Bereich des Turms befindet sich im Inneren eine Ausstellung über die Geologie des Hainichs. Auf den drei innerhalb des Turms liegenden Stockwerken werden Themen zur Umweltbildung vorgestellt. Für Schulklassen und Reisegruppen werden spezielle Programme angeboten.

Der eigentliche Baumkronenpfad...

... ist zwei Meter breit und beginnt in einer Höhe von zehn Metern. Er führt in einem weiten Bogen durch die Kronen der verschiedenen Laubbäume. Massive Holzbohlen bilden den Gehbelag. Auf dem Pfad befinden sich sieben Ruhezonen, in denen der Besucher neben Informationen über die Tierarten des Hainichs viel Wissenswertes erfahren kann.
Der Zugang zum 2004 gebauten Pfad, fängt mit dem Lösen der Eintrittskarte am Nationalparkzentrum Thiemsburg an. Schon hier kann der Besucher in den Nationalpark eintauchen. Alternativ hat der Besucher auch die Möglichkeit, den Fahrstuhl zu nutzen und bis auf ca. 20 Meter Höhe zu gelangen. Der Pfad schlängelt sich entlang möglicher Lichtungen und historischer Wanderwege. Durch die naturgraue, leicht glänzende Patina-Oberfläche passt sich die verzinkte Stahlkonstruktion dem grüngrauen Umfeld der Buchen-stamme an. In 21 Metern Höhe führt der '. Weg in die Kronen zweier mächtiger Rotbuchen. Die Buche ist die Leitbaumart des Hainichs - hier gekennzeichnet durch einBlatt aus Travertin.
Der Ausleger...... in 21 Metern Höhe führt in die Kronen zweier mächtiger Rotbuchen und lädt zum Verweilen ein. Die Buche, Leitbaumart für den Nationalpark Hainich, wird hier vorgestellt - unter anderem auch mit einem überdimensionalen Buchenblatt aus Travertin.

Der Netztunnel...... in einer Höhe von 19 m lädt dazu ein, den normalen Weg



für einen etwas abenteuerlicheren zu verlassen. Der Netztunnel ist ca. 20 m lang, ungefähr 2,30 m hoch und etwa 1 m breit. Er besteht aus bekletter-baren Sport- und Spielelementen, die allseitig mit Netzen umgeben sind, um Sicherheit zu gewährleisten und ein Gefühl von Höhe zu vermitteln.Diese Netzröhre wird von einer verzinkten Stahlskelettkonstruktion, dem System des restlichen Baumkronenpfades angepasst, gehalten.
Um den Besuchern einen anderen Blickwinkel und das Gefühl, wie ein Eichhörn-
chen in den Bäumen zu klettern, zu vermitteln, läuft dieser über verschiedene Holzelemente wie z. B. am Netz befestigte Holzscheiben in verschiedenen Höhen, bzw. über einen Balancierstamm.

Die Dschungelbrücke...ist eine weitere Gelegenheit, einen außergewöhnlichen Weg zwischen den Baumkronen zu erkunden. Der Besucher balanciert über ein ca. 20 m langes, armdickes Tau, welches mit einem Netz allseitig umgeben ist. Das Netz verjüngt sich bis zum schmälsten Element, dem Tau, und vermittelt somit dem Benutzer einen Eindruck der Höhe. Das Laufen auf dem Seil soll das Gefühl des Kletterns auf einem Ast vermitteln, das eine Herausforderung für alle Altersgruppen darstellt. Auch dieses Erlebniselement hängt an einer verzinkten Stahlskelettkonstruktion, die sich in die Gesamtkonstruktion einfügt.

Ausstattungselemente...wie Infotafeln, Mitmachrätsel, Leittiermodelle sind unter anderem die Bausteine der „Umweltbildung" auf dem ßaumkro-nenpfad. Außerdem ist die Forschungsplattform über eine Datenleitung mit dem
Kassengebäude und dem geplanten Mehrzweckgebäude vernetzt. Über Monitore werden den Besuchern Bilder und Forschungsergebnisse gezeigt, um diese perspektivisch ggf. auch über Internet kommunizieren zu können.
Zur Sicherheit der Besucher ist eine Sturmwarneinrichtung inklusive Lautsprecher installiert, welche die Gäste ab einer bestimmten Sturmstärke zum Verlassen der Anlage auffordert. Alternativ können über diese Beschallungstechnik auch bei Sonderveranstaltungen musikalische Untermalungen eingespielt werden.


Am Fuße des Turms ...... befindet sich ein in Fachwerk- und Holzbauweise errichtetes Gebäude, das einen Videoraum, den Souvenirshop, und einen Forschungsraum beherbergt. Hier können auch Sonderveranstaltungen durchgeführt werden. Dieser Raum ist außerdem mit einem Kamin ausgestattet und kann für Veranstaltungen gemietet werden.
Neben den Eintrittskarten werden auch Wanderkarten, Souvenirs und einheimische Produkte aus dem Hainichland verkauft. Das Besondere an dem Gebäude ist, dass eine lebende Rotbuche durch das Dach im Eingangsbereich wächst. An Regentagen kann man das Wasser an ihrem Stamm abperlen sehen.


Ein zusätzlicher Fahrstuhl...... wurde auf Grund der hohen Nachfrage nach barrierefreien Zugängen errichtet. Naturfreunde mit Handicap können damit
bis auf eine Höhe von ca. 20 m auf den Pfad gelangen und von dort den Weg zur Entdeckung der Baumkronen fortsetzen.
Der einseitig verglaste Aufzug hat eine Tragkraft von maximal 600 kg und ist auch für Elektrorollstühle befahrbar. Die Aussichtsplattform auf 40 m Höhe kann im Moment nicht von Rollstuhlfahrern erreicht werden.

 

Nationalpark Hainich

Hanich

Baumwipfelpfad, Foto: Privat

Nationalpark Hainich

Hanich

Baumwipfelpfad. Foto: Privat