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Untersiemau- Wasserschloß

Wasserschloss Untersiemau

Foto: Privat

Das Untere Schloß (ehem. Wasserschloß)

Am inneren Tor des ehemaligen Wasserschlosses inmitten eines großen Sees gelegen, steht: Burg Symau, um 900 erbauet, 1150 erneuert... Während die Schreibweise „Symau" völlig unhistorisch ist, sind die Jahrzahlen möglich, jedoch durch keine Urkunde bewiesen.
Symau, Götz Schenk, Johann Casimir
Mit Sicherheit stand das Schloß um 1200 als Sitz der Schenken von Siemau, darauf deuten auch die Steinmetzzeichen hin. Sein Aussehen war damals jedoch ganz anders, wie einige alte Mauerreste aus dieser Zeit bezeugen.

Inmitten eines Sees an der alten Nord-Süd-Straße gelegen, die ja nicht im Tal sondern auf der Höhe entlang führte, siedelten sich in ihrem Schutz neben den unfreien Bauern

auch Handwerker an, so daß ein Ort mit zentraler Bedeutung entstand. Götz Schenk von Nydersumen stiftete 1392 dem Ort eine eigene Kapelle. Dies bestätigte Bischof Gerhard von Würzburg, und gliederte sie der Pfarrkirche in Altenbanz ein. 1417 wurde diese Schenkung noch dadurch vervollständigt, daß Götz Schenk für die Priester ein Wohnhaus, dazu Äcker, Wiesen und den Zehnten und Naturalien für deren Lebensunterhalt anwies.
Nachdem 1424 die vier Söhne des Götz Schenk ihr Erbe geteilt hatten, vereinigte Lo-renz Schenk - der als der bedeutendste seines Geschlechtes gilt - wieder den gesamten Besitz, wobei er allerdings das obere Schloß 1521 an die Herren von Brandenstein verkaufte. Er nahm 1521 die neue lutherische Lehre an und führte sie 1527 in Siemau ein. Im großen Bauernaufstand des Jahres 1525 brannten Aufrührer das untere Schloß nieder. An ihrer Niederwerfung war Christoph Schenk, der Sohn des Lorenz, beteiligt. Auf dem Epitaph in der Kirche ist er mit Frau und Kindern dargestellt.

Nachdem Herzog Johann Casimir 1631 in den Krieg eingetreten war, der noch 17 Jahre dauern sollte, hatten auch Ober- und Untersiemau entsetzlich zu leiden. Besonders in den Jahren 1632 — 1635, in denen die Belagerungen der Veste durch Wallenstein bzw. Lamboy stattfanden, kamen Streiftrupps, die plünderten, brannten und mordeten. Die sagenhaft ausgeschmückte Geschichte vom Überfall bei der Siemauer Doppelhochzeit ist im Kern wahr: Der Schloßherr und die beiden Bräute kamen jämmerlich in den Flammen ums Leben.

Der Letzte aus dem alten Rittergeschlecht, Georg Friedrich Schenk von Siemau fiel 1634 in der Schlacht bei Nördlingen. Das heimgefallene Lehen verkaufte Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg-Eisenach 1637 an den Rittmeister Hans Adam von Könitz. Über 200 Jahre ist nun die Geschichte Siemaus mit diesem Geschlecht verbunden. Quelle: „Das Coburger Land“ von Walter Schneier- Herausgeber: Landratsamt Coburg, 1990

 

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