Baumschule Horstmann/Pflanzenschutz
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Bienenbündnis Untersiemau informiert

Bienenbündnis Untersiemau informiert

Wiesenblumen
Wiesenblumen Foto: Heinz Stammberger

Seit den ersten schönen Frühlingstagen laufen sie wieder auf Hochtouren: Die Rasenmäher
Ein sattes Grün, akkurat geschnitten, kein Blütenblatt, kein Gänseblümchen...
Das ist das Schönheitsideal, dass seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die Vorstellung von Grünflächen bestimmt. Grundsätzlich ist der Rasen eine Gräsergemeinschaft. Ein Rasen besteht möglichst ausschließlich aus Gräsern, das unterscheidet ihn von einer Wiese, auf der auch Krauter, Stauden und Blumen gedeihen. Die Rasenkultur wird von verschiedenen Faktoren und Voraussetzungen bestimmt: Historisch kommt sie aus England. Der „englische Rasen" ist der Inbegriff eines idealen Rasens: dicht gewachsene Halme, exakte, gleichmäßige Schnitthöhe von 3-4 cm, durchgängig gleiche sattgrüne Farbe, ein starker Wurzelwuchs in die Tiefe.
England hat - im Gegensatz zu uns - optimale Wetterbedingungen für die Rasenkultur: es ist dort relativ mild, es regnet viel und regelmäßig, es gibt kaum strenge Winter mit langen Frostperioden, das ganze Jahr über herrscht ein ausgeglichenes und in der Regel nicht zu warmes Klima. Das alles sind ideale Bedingungen für den Rasen, der erst ab 15 Grad Bodentemperatur zu keimen beginnt.
Rasen als Spielfläche: Ob der Sport den Rasen oder der Rasen den Sport hervorgebracht hat? Jedenfalls kommen aus England eben all die Rasensportarten: Neben Fußball noch Cricket, Golf und Tennis. Ob Hockey aus England kommt, konnte ich nicht klären.
All diese Sportarten brauchen den oben beschriebenen kurzen Rasen und überall da, wo Menschen spielen oder ruhen möchten, ist er nötig. Rasen und Technik: Dabei haben erst die automatischen Rasenmäher überhaupt das Kurzhalten großer Flächen in dem Ausmaß ermöglicht, wie wir es heute kennen. Mit Sense oder Sichel würde das sicher kaum jemand tun. Also ein Ja zum kurzen Rasen, wo er für Spiel, Sport und Freizeit gebraucht wird.
Ökologischer Wert des Rasens:
Aber für die Natur ist so ein Rasen nicht viel wertvoller als eine grün angestrichene Betonfläche... Blüten haben auf einer Rasenfläche keine Chance, denn der Rasen wird regelmäßig gemäht. Alles, was höher wächst oder gar eine Blühte braucht, um sich zu vermehren, hat also auf einem Rasen keine Chance.
Vor allem das Verbannen der Krauter und Blumen, also sämtlicher Blühpflanzen, wird spätestens ab Ende Mai unseren Bienen zum Verhängnis. Denn dann haben die Frühjahrsblüher sowie Raps und die meisten Bäume die Blüte beendet und für die Insekten kommt mitten im Sommer Hungersnot. Wenn aber für die Insekten, dann auch für viele Vögel.
Probieren Sie doch mal etwas anderes: Mähen Sie nicht alles ab, halten Sie nicht alles kurz, sondern lassen auf ein paar Quadratmetern dem Wildwuchs, den Blüten und den Samen eine Chance - und damit auch den Insekten: Nicht nur Bienen, sondern auch Hummeln, Schmetterlingen, Schwebfliegen (gehören zu den wichtigsten Befruchtern!) und anderen. Sie werden überrascht sein, wie lebendig so ein Stück Wiese wird. Unsere Partner, in Untersiemau Landhandel Stegner und in Meschen-bach Gartencenter Pakulat haben ein- und mehrjährigen Blumenmischungen vorrätig und geben Ihnen Tipps, wie die anzusäen sind.
Noch ein Tipp: Gehen Sie versuchsweise mit den „Augen einer Biene" durch die Welt. Überall, wo Sie „nur Grün" sehen, würden Sie verhungern!
Weitere Möglichkeiten zur blühenden Gartengestaltung finden Sie unter www.bluehende-landschaft.de.
Ihr BBU - Pfarrer Heinrich Arnold

Gemeindebrief Juni-September 2010

BBU-Untersiemau- Frühling-Bienen-2018

Frühling - Bienen - Weidenkätzchen
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der späte Winter zwang unsere Bienen dazu, länger als üblich im Stock bleiben zu müssen. Bei Temperaturen unter 10° Celsius können sie den Stock nicht verlassen, weil sie erfrieren würden. Nun ist endlich „Flugtemperatur" und die Bienen sind dringend auf Nahrung angewiesen. Und die wichtigste ist die Weide („Palmkätzchen"). Bitte schneiden Sie jetzt keine Weiden, sondern erst wenn diese abgeblüht haben, also keine „Kätzchen" mehr tragen.
Angesichts von Schotter und Beton statt Garten, hier eine Fabel:

Der hungrige Freund:
Es war einmal ein Mann, der wohnte glücklich und zufrieden in seinem Häuschen. Den langen Winter verbrachte er bei guter Bevorratung in seiner warmen Stube. Es wurde Frühjahr, als es an seine Tür klopfte: Draußen stand ein alter Freund, den er seit Kindertagen kannte. Doch der Freund sah schlecht aus: Hungrig, zerlumpt, durchgefroren, abgemagert. „Ach, lieber Freund, wie schön dich zu sehen!", sagte der Mann. „Komm doch herein!"Der Freund trat ein, sah sich unsicher um und setzte sich schließlich auf die äußerste Kante des Küchenstuhles. Der Mann plauderte drauflos, wie schön es jetzt im Frühjahr sei, wie er sich freue, dass er den Winter so wohl verbracht habe. Immer weiter redete er, bis sich der zerlumpte Freund räusperte und anhub: „Ich bitte dich um Verzeihung, lieber Freund: Hast Du nicht etwas zu essen für mich? Ich bin so entsetzlich hungrig."
Erstaunt blickte ihn der Mann an: „Das tut mir leid, mein Freund. Aber zu essen kann ich dir nichts geben. Sieh selbst: Ich habe gerade alles abgeräumt und aufgespült, meine Küche ist so schön sauber und blitzt, dass es eine Freude ist. Soll ich sie jetzt wieder schmutzig machen? Sieh doch vielleicht bei einem meiner Nachbarn, ob DU da etwas bekommst."
So machte sich der Freund auf zu den Nachbarn. Aber wohin er auch kam: Alle hatten sie ihre Häuser und Küchen auch gerade aufgeräumt und alles blitzblank gescheuert, dass es eine Freude war. Nur zu essen bekam der Notleidende nichts.
Und so zog er von dannen und ward nicht mehr gesehen.
Im nächsten Herbst jedoch - die Sonne lachte, Häuser und Küchen blitzten nach dem Frühjahrs- und Sommer- und Herbstputz, dass es eine Freude war - gab es auf einmal in den Geschäften kaum mehr Obst und Gemüse zu kaufen und auch auf den Bäumen und Feldern wuchs kaum etwas und im nächsten Frühjahr blühten auch weniger Blumen. Der Freund hatte sich verabschiedet und ließ die Menschen in ihren blitzblanken Häusern und Küchen und Gärten allein. Und jetzt war es auch an ihnen, dass sie Hunger leiden mussten und ein großes Wehklaben hub an: „Ach, hätten wir ihm doch zu essen gegeben! Jetzt ist es zu spät!"
Und jetzt merkten sie, wem sie zwar freundlich begegnet waren, aber ihn letztlich verhungern ließen: Den Gartensegen. Und der hat einen Namen: Die Biene.
Heinrich Arnold

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