Baumschule Horstmann/Pflanzenschutz
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Walnussbaum

Walnussbaum

Der Walnussbaum reagiert auf Schnittmaßnahmen zu unterschiedlichen Terminen. Wird im Frühjahr geschnitten, tritt ein starker und langanhaltender Saftfluss ein(oft als „Verbluten“ beschrieben). Er lässt sich mit Hilfsmitteln nicht stillen, endet jedoch nach längerer Zeit durch Wundheilung von selbst. Um übermäßiges Bluten der Bäume zu vermeiden, können Schnittmaßnahmen auch im Spätsommer/ Herbst/ bis Oktober auch wenn der Baum noch seine Blätterhat. erfolgen, hier setzt die Wundheilung sehr viel schneller ein.
Der Boden unter Walnussbäumen ist meist nicht bewachsen, vorhandene Unterpflanzen kümmern stärker, als die Beschattung hierfür verantwortlich wäre. Der Baum gibt den Hemmstoff Zimtsäure über die Abspülung der Blätter ab, dies verhindert, dass andere höhere Pflanzen in Konkurrenz um die Nährstoffe gedeihen. Eine solche biochemische Abwehr wird als Allelopathie bezeichnet. In den grünen Organen wird ein Glucosid gebildet, das nach Freisetzung, beispielsweise durch den Abbau der abgefallenen Blätter auf dem Boden, in Juglon umgewandelt wird. Juglon wirkt auf zahlreiche Pflanzenarten keim- und wachstumshemmend. Die Blätter des Walnussbaums sind besonders gerbstoffreich, sie bauen sich langsamer ab als anderes Laub und werden auch von den meisten Insekten eher gemieden. Das Laub verrottet sehr schlecht. Für die eigene Kompostierung ungeeignet.Nussbäumen wird außerdem die Eigenschaft zugeschrieben, Fliegen zu vertreiben.
Der Anbau der Echten Walnuss erfolgt in erster Linie wegen des Fruchtertrags. Da aber auch das Holz begehrt ist, wird seit Ende des letzten Jahrhunderts vermehrt versucht, den Baum forstwirtschaftlich zu nutzen. Die im Handel angebotenen Sorten sind aber in der Regel auf hohen Fruchtertrag selektiert worden.

Die Walnuss, mächtiger Baum

Die Walnuss
mächtiger Baum, harte Frucht, gesunder Kern. Die Walnuss war schon bei den Römern sehr geschätzt
. Sie haben sie in ihrem ganzen Reich
verbreitet und so auch im südlichen Deutschland. Ihr Name für die NUSS war "Jovis glans", was soviel heißt wie Eichel des Jupiter. Sie muss also für die Römer diese NUSS eine wahrhaft göttliche Frucht gewesen, sein. Die Deutschen nannten sie nach den Welschen, also -,-,Welschnuss" oder dann „Walnuss" nach ihrer Herkunft aus dem romanischen Sprachraum, wo sie dann später auch noch viel zur Fruchtgewinnung kultiviert wurde. Vielleicht kommt die NUSS aus den Bergwäldern des südlichen Vorderasiens, sie wurde früher manchmal auch die Persische NUSS genannt. Bei uns ist sie durch Karl den Großen eingeführt und dann in den folgenden Jahrhunderten weiter verbreitet worden. Die Walnuss ist als Hausbaum sehr beliebt. Sie findet sich aber auch in der Flur als Einzelbaum und in den Streuobstbeständen. Als Hausbaum spendet sie Schatten und Früchte und vertreibt schließlich noch lästige Insekten durch ausströmende ätherische Öle. Man findet sie meist bis zu einer Höhenobergrenze von 600 müNN, oberhalb davon leidet sie zu sehr unter Spätfrösten.
Sie ist von Nährstoffbedarf ein Schwachzehrer, gedeiht auf ärmeren, steinigen Böden, mag es aber auch humos. Arme Sandböden meidet sie wie auch schwere Böden, schließlich kann sie Staunässe überhaupt nicht vertragen. Sicher ist es auch ungeschickt, sie als Ankömmling aus dem Süden in Frostlöcher zu pflanzen, wenn man die Früchte ernten will. Nach Spätfrösten treibt sie wieder Laub (1-2 mal), setzt aber für das laufende Jahr keine Blüte mehr an. Laufende Spätfröste fuhren zu kleinen gedrungenen Kronen mit seltenem Fruchtbehang.
Die Sämlinge zieht man schon am späterem Standort oder verpflanzt sie 1-jährig. Spätere Verpflanzungen haben sie nicht so gern, da sie auf Feinwurzelverlust mit erheblichen Wachstumsstockungen reagieren. Man sollte auch bei jungen Pflanzen nie die „Rübe" zerstören und ca. 30 cm tief Boden mit umsetzen. Wegen der Probleme bei der Verpflanzung kauft man Walnüsse in der Baumschule am besten mit Container. Es werden eine ganze Reihe Sorten (aber wenige gegenüber Kernobst!) angeboten. In der Bundesrepublik ist seit dem Krieg auch nur eine neue Sorte herausgekommen. Man muss hier aber aufpassen: Viele eignen sich nur für Weinbauklima und manche sind besonders Spätfrost gefährdet. Es gibt Sorten für die Höhenlagen bis 600 m (im Schwarzwald und Alpenvorland bis 800 m) und welche für die Höhenlagen dazwischen. Sorten haben Vorteile, weil sie eine definierte Fruchtqualität haben, eher zum fruchten kommen und auch meist kleinere Bäume ausbilden. Allerdings leiden sie auch eher unter Schädlingen oder Pilzen.
Setzt man den Walnussbaum auf des eigene Grundstück, muss man beachten,- dass er stärker wächst als die anderen Obstbäume. Das kann man sich bei einem Sämling von 30 cm Höhe kaum vorstellen. Man muss ihn mindestens 6 Meter von den vorhandenen Gebäuden abrücken. Auch darf man ihm nicht übel nehmen, dass er selten einen geraden Stamm ausbildet. Allzu gern strebt er dem Licht entgegen. Gerade Schäfte wären natürlich interessant, wenn man einmal den Stamm an die Holzindustrie verkaufen will.Der Baum braucht keinen Erziehungsschnitt wie das Kernobst, trotzdem sollte man die Krone bei Fehlwüchsen korrigieren, um eine gleichmäßige Krone zu erzielen. Dies sollte man möglichst bald tun, um keine zu großen Schnittwunden zu verursachen. Auch einem Zwieselwuchs ist entgegenzuwirken.
Große Diskussionen gibt es immer im den richtigen Schnittzeitpunkt. Die Eingriffe sollten auf keinen Fall in der Saftruhe, also nach Laubfall vorgenommen werden. Hier Besteht die erhöhte Gefahr des Angriffs von Fäulepilzen. Außerdem werden die Schnittstellen im Frühjahr bluten. Das tun sie sofort, wenn man im Frühjahr schneidet. Der Saftverlust ist enorm und für den Baum ein Aderlass, den man vermeiden kann. Er wird davon nicht eingehen, aber er verliert wertvolle Speicherstoffe. Also ist die günstigste Schnittzeit der Sommer, also am besten Juli/August im Laub.
Fragen kommen auch immer wieder auf, ob eigene Veredlungen möglich sind. Jeder kann sich natürlich gern versuchen. Ob sie so von Erfolg gekrönt sind wie bei Kernobst, ist dahin gestellt. Die Profis veredeln hier im Gewächshaus, wobei zum Anwachsen geheizt wird. Obwohl der Walnussbaum, auch wegen seiner ätherischen Ausdünstungen, als recht robust gilt, sind einige Krankheiten und Schädlinge zu beachten, die, besonders die Auslesen,
angreifen und dort auch zu nennenswerten Schäden führen können. Der Walnussschorf hat nichts mit dem Apfelschorf gemeinsam und springt auch nicht auf Kernobst über. Diese Marssonia-Krankheit verursacht Flecken auf Blättern und Fruchthüllen und kann manchmal auch den Kern beeinflussen. Eine Reihe von weiteren Pilzen auf den Blättern sind ohne wesentliche Bedeutung.
Gefährlicher ist der Brand, eine durch Bakterien verursachte Krankheit. Sie kann auf trockenen Trieben und in Rindenkankern überwintern und befällt die Blätter und Nüsse, wobei der Kern sich in eine schleimige Masse auflöst. Die Krankheit kann sich bei Feuchtigkeit und höheren Temperaturen ausbreiten.
Eine kleine Gallmilbe verbeult sie Blätter nach außen, das ist aber als unwesentliche Schädigung zu sehen. Schlimmer ist die Walnussfruchtfliege, die sich von Süden kommend schon in wärmeren Gegenden Deutschland breitgemacht hat: Sie befällt die Fruchthüllen und, wenn sie noch weich sind, auch die Kerne, und hinterlässt eine schmierige Hülle, die auf jeden Fall die Frucht unverkäuflich macht. Im Alter greifen schließlich auch die Holzpilze an. Hier sind es besonders Hallimasch und der zottige Schillerporling. Das Holz wird dann aufgearbeitet und irgendwann das Baumleben beenden.
Hier ist es vielleicht an der Zeit, noch die Lebensabschnitte des Walnussbaum zu beleuchten: Am Anfang wächst er eher zögerlich, zuerst bildet sich nämlich ein ausgedehntes Wurzelwerk aus. Nach ca. 10 Jahren schiebt er stark und fängt nach dieser Zeit auch mit dem Fruchten an. Die starke Wachstumsphase dauert etwa bis zum 30. Lebensjahr, danach geht die Krone etwas in die Breite, die Hauptphase der Fruchtbildung setzt ein. Hier kann der Baum bis zu 75 kg Nüsse tragen.
Zwischen 60 und 80 Jahren setzt die Altersphase ein, wobei die Erträge zurückgehen und sich Pilzbewuchs am Stamm einstellen kann. Die Lebenserwartung ist bei uns je nach Standort mit 100-150 Jahren anzusetzen.
Friedhelm Haun
Kreisfachberater für Gartenkultur beim Landkreis Kulmbach

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