Baumschule Horstmann/Pflanzenschutz

BBU - Vortrag Bartsch

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Garten ist ein Stück Natur







Untersiemau - BBU

Ein Garten ist ein Stück Natur, vom Menschen gestaltet und jeder freut sich dort über blühende Blumen und das reifende Obst. Der Gartenbesitzer müht sich, pflanzt und sät, aber trotz Fleiß und Ausdauer kann er nicht alles mit seinen eigenen Händen schaffen. Er braucht die Hilfe von Insekten, insbesondere die der Bienen, um im Sommer Erdbeeren und Kirschen, im Herbst Birnen, Pflaumen und Äpfel zu ernten. Dies war das Resümee von Barbara Bartsch vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Bayreuth nach Ihrem interessanten Vortrag im evangelischen Gemeindezentrum Untersiemau. Im Namen des Bienenbündnis Untersiemau (BBU) hatte Pfarrer Heinrich Arnold eingeladen. Viele Imker, Naturfreunde und Schüler waren zu diesem Vortrag gekommen. Dabei ging es nicht um das Spezialwissen für Bienenfachleute, sondern ganz besonders um praktische Möglichkeiten, die jeder umsetzen kann, der für Garten und Grundstücke Verantwortung trägt. Lautlos sterben Milliarden von Bienen und Insekten, dadurch ist auch die gesamte Nahrungskette in Gefahr. Bienen und Insekten machen nicht nur Honig, sie sind auch eine riesige Arbeitskraft und bestäuben rund 90 Prozent der Pflanzen, die der Mensch anbaut. Im Gemeindebereich Untersiemau sind seit Gründung des BBU vor einem Jahr ca. 12 000 Quadratmeter Land in eine bienen- und insektenfreundliche Fläche umgewandelt worden, führte Pfarrer Arnold aus. Jeder kann etwas zur Erhaltung einer gesunden Natur beisteuern, ob es 5 oder 5 000 Quadratmeter sind, oder ob es sich nur um einen „Intelligenten Blumenkasten“ auf dem Balkon handelt. -Bündnis-Untersiemau

Barbara Bartsch bedauerte, dass auf Grund der finanziellen Lage des Landes Bayern keine neuen Blühflächen mehr finanziell gefördert werden. Die bereits bestehenden Flächen können jedoch bis zum Vertragsende noch mit staatlichen Zuschüssen rechnen. Die Honigbienen haben im Gegensatz zu den Wildbienen einen gut funktionierenden Sozialstaat. Ein einziges Bienenvolk kann bis zu 25 Kilogramm Pollen in einem Jahr sammeln. Der Raps und die Obstbäume benötigen die Bienen und Insekten, um gesunde und reichhaltige Erträge zu sichern. Auch die sogenannten Energiepflanzen, die für die Landwirtschaft immer interessanter werden, benötigen Bienen und Insekten zur Bestäubung. Als Alternative zu den Monokulturen des Maisanbaues bietet sich die neue Pflanzenart Silphie an. Diese Pflanzen wird zur Zeit in Bayreuth getestet. Neben reichem Grünertrag soll diese Pflanze auch für Insekten eine neue Nahrungsquelle erschließen. Es wäre aber auch möglich in der Monokultur Mais eine insektenfreundliche Untersaat auszubringen, führte Barbara Bartsch aus. Zuschüsse Blühwiesen können noch Jagdpächter für Blühwiesen erhalten, die neben Nahrung für Bienen und Insekten auch Futter für Rehe und Feldhasen bieten. Blühwiesen, naturnahe Äcker, Wiesen und Gärten sind aber auch für die Naherholung der Bevölkerung eine Bereicherung. Der Mensch sollte nicht überall eingreifen, sondern die Natur wachsen und gedeihen lassen zum Wohle von Tier und Mensch. Hierfür sei jedoch noch viel Überzeugungsarbeit notwendig. Kommunen, Gemeindeverwaltungen und die Politiker sollten sensibler werden, damit das gesamte ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt. Nur gemeinsam sind die Bürger und Bürgerinnen stark genug, für Bienen, Insekten und ihren Nachkommen eine gesunde Umwelt bieten zu können. Imker Robert Müller gab aber auch den Verbrauchern etwas die Schuld an den Rückgang der Bienenhaltung. Ein echter heimischer Bienenhonig kann mit den Schleuderpreisen der Discounter nicht konkurrieren. Er bat die Anwesenden deshalb, die heimischen Imker besser zu unterstützen. In der Diskussion wurde angeregt, dass das BBU in einem Vortrag den Bau einer Bienenkiste und eines Insektenhotels praktisch erläutert. Angeregt wurden ferner ein Infotag an einem Bienenstand und eine Gartenbegehung in einem insektenfreundlichen Garten. Wer sich mehr mit Bienen, Insekten, Bienenpflanzen und Blühwiesen befassen will, dem empfahl Barbara Bartsch die Internetseite der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen; www.lwg.bayern.de/bienen/; oder; www.bluehende-landschaft.de- aufzurufen.

Heinz Stammberger

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