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Europäisches Museum für Modernes Glas

Europäisches Glasmuseum

Europäisches Glasmuseum
Europäisches Glasmuseum

Die Entstehung des neuen Glasmuseums ist vor allem dem Coburger Unternehmer und Mäzen Otto Waldrich zu verdanken. Die von ihm gegründete Stiftung finanzierte den Neubau, unterstützt von zahlreichen Spendern, und konnte ihn mit Zustimmung der Bayerischen Schlösserverwaltung im Park Rosenau gegenüber der Orangerie errichten lassen. Nach nur einem Jahr Bauzeit (Architekt: Albert Wagner, Coburg) wird das Museum von den Kunstsammlungen der Veste Coburg eingerichtet und im Oktober 2008 feierlich eröffnet.

Der langgestreckte Bau besitzt 1.260 qm Ausstellungsfläche. In der Dauerausstellung des Erdgeschosses kann der Besucher die Geschichte des Studioglases von den 1960er Jahren bis heute nacherleben, akzentuiert durch zeitgenössische Keramiken, er wird buchstäblich bekrönt von einem Glas-Licht-Objekt nach Entwurf der in München ansässigen Japanerin Masayo Oda. Eine Glastreppe führt ins Obergeschoss zum Sonderausstellungsraum und zum Lampenglasstudio als besondere Attraktion. Auf der Galerie erfährt der Besucher darüber hinaus anschaulich aufbereitete Informationen über Glas und dessen VerarbeitungNeues Glas entsteht in Europa um die späten 1950er und 1960er Jahre in Opposition zum bis dahin vorherrschenden Funktionalismus. In die gleiche Zeit fällt die Geburtsstunde des amerikanischen Studioglases, die allgemein ins Frühjahr 1962 verlegt wird. Damals hatte Harvey Littleton zusammen mit einem Glastechniker einen Brennofen in Toledo, Ohio, errichtet, in dem sich kleine Mengen von Glas schmelzen ließen. Der im eigenen Studio aufstellbare Ofen machte den Künstler unabhängig von der Industrie, und er gibt später der ganzen Bewegung seinen Namen.Während sich die früheren Studioglaskünstler gänzlich zur freien, spontanen Ofenarbeit bekannt haben, wenden heutige Glaskünstler die unterschiedlichsten Heiß- und Kalttechniken, oft nebeneinander, an. Überkommene, der neuen Zeit angepasste Vorstellungen des alten Europa treffen hier mit frischen Ideen aus den noch verhältnismäßig „jungen" Glasnationen, den Vereinigten Staaten, Japan oder Australien, zusammen, so dass der ursprüngliche Begriff Studioglas inzwischen eine größere Spannweite erhalten hat.Die beiden ersten Coburger Glaspreise für moderne Glasgestaltung in Europa sind als Reaktion auf die damals vorherrschende, amerikanische Studioglasbewegung veranstaltet worden, um der Glasszene der Alten Welt neuen Schwung zu verleihen. Gleichzeitig aber sollten sie einen Bogen schlagen von der historischen Glassammlung auf der Veste Coburg hin zum aktuellen Glasgeschehen. Vor diesem Hintergrund ist das Museum für Modernes Glas in der Orangerie von Schloss Rosenau im Herbst 1989 eröffnet worden, dessen Dauer- und Wechselausstellungen inzwischen Geschichte sind.Um an die alte Tradition wieder anzuknüpfen, fand 2006 nach über zwanzig Jahren Unterbrechung ein dritter Coburger Glaspreis auf der Veste statt, der die aktuellen künstlerischen Entwicklungen in der internationalen Glasszene lebhaft widerspiegelt. Nicht zuletzt zeigt sich dies in den Wandobjekten von Josepha Gasch-Muche, der ersten Preisträgerin. Auf dem jüngsten Coburger Glaspreis wurde auch die ursprüngliche Idee wieder aufgegriffen, in der Rosenau ein neues Glasmuseum zu bauen, um der ständig wachsenden Glassammlung auf der Veste eine angemessene Heimstätte zu bieten.
Schon in früheren Zeiten wanderten die Glasmacher umher, um glastechnische Erfahrungen auszutauschen. Diese Neigung hat sich heute vor allem durch die neuen Medien und vereinfachten Reisemöglichkeiten eher noch verstärkt, auch durch die Vielfalt der Aus- und Weiterbildungsstätten in der Alten und Neuen Welt sowie durch die regelmäßig abgehaltenen internationalen Wettbewerbsausstellungen. So nimmt es nicht Wunder, dass sich heute fast nur noch von internationalen Trends beim frei gestalteten Glas sprechen lässt. Daneben haben sich aber auch regionale Eigenarten in einigen Gegenden behauptet, so im benachbarten Lauscha, in Tschechien oder Slowakien.
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